Über

Gestatten, mich vorzustellen: freundlicher, lustiger Kerl mit geringer Statur und grosser Klappe. An dieser Stelle sollten jetzt meine sportlichen Erfolge und Auszeichnungen stehen. Aber ausser einer Teilnahme- Urkunde des deutschen Sportfestes 1998 habe ich da nichts vorzuweisen.

Alter: 34
 


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No smoking

Seien wir doch mal ehrlich: Rauchen ist nicht gesund! Und es macht außerdem keinen Spaß.

Vorbei die Zeiten, als es als cool galt, mit Jeansjacke und Cowboyhut paffend auf einem Gaul zu sitzen und in den Westen zu reiten.

Derartige Romantik ist längst der Gesundheitsfront gewichen, die nun auf jeder Tabakware abgetrennte Raucherbeine, Bluthusten und schwarze Lungenflügel äußerst anschaulich plakatiert. Ob es jetzt abschreckend oder eher belustigend wirkt, ist jedermanns eigene Entscheidung. Weltmännisch zum Vollbart und entgegen den Gesundheitswarnungen der weißen Warnhinweise auf den Tabakerzeugnissen habe ich mir eine Pfeife zugelegt. Ja, richtig! Ich sitze paffend, mit Vanilletabak und Weinglas im Zimmer und genieße jetzt bräsig mein Dasein. Ich möchte ja kein Gesundheitsminister sein und ein gutes Vorbild für Kinder muss auch nicht sein. Manchmal muss ein Mann eben tun, was er tun muss. Entgegen den Rauchern an der Haltestelle, die schnell ihre Sucht befriedigen, entspanne ich mich und lasse mich locker in den Sessel fallen. Vermutlich keine tolle Idee, aber ich finde es irgendwie sehr befriedigend. Dazu vielleicht noch ein gutes Buch lesen oder einen dieser teureren Pornos, bei dem die Damen auch gut aussehen. Eben etwas mit Stil.

Überhaupt, ist es eben ein Statement. Der Versuch, sich vom inneren Kind zu lösen und etwas Erwachsenes, also verdammt dämliches zu tun. Allein das Stopfen des Pfeifenkopfs will gelernt sein. Hierzu gibt es ebenso Tutorials im Internet, wie für das gescheite Binden einer Krawatte. Auch so ein rätselhaftes Männerding. Wer will, kann auch im Internet lesen, wie man sich in einen guten Whiskey schmeckt. Da soll es neben dem beißenden Brennen in der Kehle tatsächlich noch tollen Holzgeschmack zu entdecken geben! Na dann. Blöderweise habe ich meinen letzten Glenfiddich einfach verschenkt. War halt nicht so meins. Aber alles ist eben Geschmackssache.

1.6.17 23:08, kommentieren

Rettet den Baum, esst mehr Bücher!

Was soll man sich schon für dieses neue Jahr denn noch vornehmen? Schon wieder der Vorsatz, sich mehr zu bewegen und netter zum Nachbarn sein? Oder vielleicht doch die Augen lasern und das Haar verpflanzen lassen und so furchtbar wie Elton John aussehen? Na dann steht mir der Sinn doch eher nach etwas intellektuellem.

Keine Angst- ich werde jetzt nicht Schach lernen und Klassik Schallplatten auf dem Grammophon hören, wie es Serienkiller in Thomas Harris Verfilmungen sonst tun.

Ich entschied mich dazu, endlich mehr zu lesen. Ganze 10 Bücher stehen dieses Jahr auf der Liste. Egal welche, Hauptsache Lesen, ist die Devise. Dass man heutzutage, in dieser schrecklich hektischen Welt kaum noch Zeit findet, sich mit einer guten Tasse Tee und den Kuschelsocken ins Sofa purzeln zu lassen und die eigene Phantasie anzukurbeln. Mit den Seiten eines guten Schmökers einfach abdriften und das sogenannte Kopfkino an zuschmeißen. Das ist eine Kunst, die wir nach Netflix, Youporn und Shaun das Schaf so ein wenig verlernt haben. Jedenfalls geht es mir so. Zwar gehört noch immer eine Buchhandlung zu meinen Lieblings- Shopping- Örtlichkeiten, doch außer die Bücher zu kaufen, gehört das sofortige Lesen nicht gleich dazu. Nicht verwunderlich also, dass so manches Buch bereits gelbe Seiten hat, aber noch immer einen unversehrten Rücken vom Nichtlesen aufweist. Wirklich eine Schande!

Aber das ändert sich jetzt. Bereits zwei Bücher habe ich geschafft und ich liege mit Februar gut in der Zeit. Einen Terry Pratchett Doppelband und Markus Heitz' Zwerge habe ich bereits beendet. Dieses Jahr sollen es also Fantasy Titel sein. Also mache ich mich schon mal auf Zwerge, Elben und Orks gefasst, die ein kompliziert klingendes Land erobern, befreien oder vernichten wollen. Es wird natürlich einen Auserwählten geben, der das zu verhindern weiß. Warum auch nicht? Es kann gar nicht genug Auserwählte geben. Gerade zu dieser Jahreszeit kann man gar nichts besseres tun, als mal ein gutes Buch zur Hand zu nehmen. Bei dem Fernsehprogramm gibt es ja auch keine Ablenkung.

Bleibt nur die Frage, ob ich im nächsten Jahr Science Fiction oder Thriller lesen sollte? Bücher habe ich genug zur Auswahl.

22.2.17 00:31, kommentieren

Und plötzlich ist da Funkstille!

Und wieder etwas kurioses aus meinem sozialen Umfeld. Fast schon neige ich dazu, mich wie der Protagonist einer schlecht geschriebenen Seifenoper zu betrachten.

Man stelle sich einfach folgendes Szenario vor: Junge trifft Mädchen. Beide verbringen recht viel Zeit miteinander.Junge interessiert sich für Mädchen. Sie kommt regelmäßig zu ihm. Man schaut Serien, spielt Videospiele und geht gemeinsam ins Kino. Der Junge hat eigentlich Interesse an ihr. Er findet sie ganz ansehnlich und könnte sich gar vorstellen, mit ihr zusammen zu sein.

Doch das Mädchen reagiert weder auf seine Komplimente, noch scheint sie zu merken, dass er sie andauernd berührt. Mal legt er seine Hand auf ihr Bein, wenn sie auf dem Sofa sitzen, mal lehnt er sich an sie. Sie hingegen scheint es zu ignorieren. Zwar ist sie freundlich und zieht sich manchmal sogar was hübsches an, wenn sie ihn besucht, doch so richtig macht sie keinerlei Anzeichen, dass sie da etwas mehr verspürt, als Freundschaft.

Fast täglich schreibt man sich mit dem Handy. Sie übernachtet so oft bei ihm, dass bereits ein Handtuch und eine Zahnbürste bereit stehen. Dann kommt die Veränderung. Er findet eine Freundin. Plötzlich bricht sie den Kontakt zu ihm ab, kaum dass sie von seiner Beziehung weiß. Sie reagiert nur recht knapp auf seine Anfragen. Sie hat plötzlich immer zu tun und fühlt sich nicht in der Lage dazu, sich weiter mit ihm zu treffen. Was ist da los?

Nennen wir das Mädchen V, genau wie den maskierten Rächer in den Comics. Ich hatte nicht den Mut, sie zu fragen, ob sie mit mir zusammen sein möchte. Fast schon war der Gedanke absurd gewesen. Sie mag mich, klar. Aber Liebe? Höchst wahrscheinlich nicht. Ich wusste, was passiert, wenn man sich in seinen Gefühlen irrt. Da droht die vermeintliche Freundschaft auf dem Prüfstand zu stehen. Bevor ich also erneut das erleben sollte, was ich erst wenige Monate zuvor bereits mit einer guten Freundin durchgemacht hatte, entschied ich mich dafür, es dabei zu belassen.

Doch kaum erfuhr sie von meiner neuen Flamme, war plötzlich der Ofen aus. Wollte sie doch mehr, als erwartet?Vermutlich werde ich die Wahrheit nie erfahren. Noch vor einigen Wochen hätte ich alles dafür gegeben, um heraus zu finden, was in ihrem hübschen Köpfchen vorgeht. Jetzt tut mir die Sache sehr leid. Bereuen tue ich meinen Entschluss nicht. Doch es ist einfach verdammt schade, eine gute Freundin zu verlieren, die man eben nie um ein Date gefragt hat, weil man sie nicht verlieren wollte.

1 Kommentar 15.11.16 00:19, kommentieren

Sag niemals nie!

Die Götter müssen ehrlich einen guten Sinn für Humor haben! Da habe ich mein Jahr 2016 nach einigen emotionalen Fehlversuchen bereits in die Altkleidertonne geben wollen, da passiert es nun doch. Ich schreibe mir mit einer jungen Frau auf der Singlesapp, der ich längst schon weder Vertrauen noch Erfolgschancen zuspreche- und keine 7 Tage später bin ich in den zarten, zerbrechlichen Anfängen einer scheuen Beziehung.

Ich präge mir ihre Gesichtszüge ein, als hinge mein Leben von meiner Kurzzeitgedächtnisleistung ab. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn sie mit ihren warmen Händen meinen Unterarm berührt und ich gucke alle 5 Minuten auf mein Handy, wenn sie nicht bei mir ist.

Da träumte man von einer schicksalsvollen Begegnung in einem Supermarkt, wo zwei fremde Hände nach den selben Käsescheibletten greifen und man wenig später Handynummern tauscht- dann plötzlich passiert es doch einfach so im Internet. Wie unromantisch und romantisch zugleich!Hat sich der Optimismus meines Vaters nun doch in orakelnde Weissagung verwandelt. Und wann gesteht man sich schon ein, dass die Elterngeneration in ihren späten Tagen nun doch zu Lebensweisheiten neigt.

Und da bin ich nun, auf einem Sofa, dauerknutschend und bis oben hin gefüllt mit fast schon lächerlicher Glückseligkeit und angestautem Hormonüberschuss. Ich grinse wie ein verliebter Teenager und zweifle einfach an der Realität dieser Szene, wenn sie mir gesteht, dass sie es mag, mich reden zu hören. Gut, ich rede wie ich schreibe und umgekehrt. Aber, dass ich bei einer Frau zu einem solchen Objekt der Anziehung werde. Verstehe man mich bitte nicht falsch: ich lese Comics und liebe Science Fiction, aber selbst dafür fehlt mir im Augenblick die Vorstellungskraft. Eine Frau, die mir gerne zuhört? Das ist mir noch nie zuvor so ergangen. Ich schätze, ich sollte es genießen. Da hatte ich gedacht, dass ich ganz alleine durch diese kalte Jahreszeit muss und nun hoffe ich, dass es nur noch regnet, damit man weiter auf dem Sofa kuscheln kann.Wer hätte das gedacht?!

9.11.16 08:46, kommentieren

Zocken bis der Arzt kommt

Genauer gesagt: Zocken, weil man beim Arzt war!

Ich bin nämlich mal wieder Opfer der herbstlichen Erkältungswelle geworden und habe notgedrungen zu Hause herum gehockt, mit Zwieback und Kamillentee. Wenn die Augen und Nase nicht gerade um die Wette liefen, habe ich entweder einen Film geschaut oder etwas gedaddelt.

Seit meiner Jugend habe ich mich nicht mehr derart exzessiv vor den Rechner gesetzt um etwas zu zocken. Endlich mal mit Tastatur und Maus die Sau raus lassen! Wann hat man das als Erwachsener zuletzt so richtig gemacht oder machen dürfen?

Den ganzen Tag nur spielen. Ein Spiel bis zum bitteren Ende erleben. Nicht nur mal ab und zu reinschauen, weshalb Uncharted bei mir auch über ein Jahr gedauert hat. Nein! Sich mal komplett darauf einlassen. Das habe ich zuletzt maximal beim Studium erlebt, als ich vom Gamestop das neuste Final Fantasy geholt habe.

Klar, es ist eigentlich unproduktive Zeit. Aber was ist schon dabei? Ständig will Zeit richtig genutzt werden. Man hat eine lange Liste von Aufgaben und hat man diese erledigt, ist es bereits Schlafenszeit.

Hatte ich mich damals für Guild Wars etwas länger vor den PC gesetzt, wurde dies nur mit Nörgeln der Freundin quittiert. Das führte manchmal bis zum Streit. Dabei habe ich solche Spielphasen maximal eine Woche, dann vergeht der ganze Spaß wieder und ich widme mich anderen Dingen. Jetzt ist die Freundin passé und ich kann uneingeschränkt tun, worauf ich Lust habe. Naja, außer Sex halt. Das geht nun mal alleine nicht.

Bis dahin kann ich vielleicht endlich mal meine ganzen ungespielten Spiele unter die Lupe nehmen. Zeit wird's.Dabei hatte ich schon gedacht, es läge an den Spielen, dass ich mich nicht mehr für lange Sitzungen vor der Konsole begeistern könnte. Gerade in der Anfangsphase des Singlelebens, dachte ich, dass ich jeden Tag auf Achse sein müsste. Ich könnte ja die Traumfrau verpassen. Das setzt einen nicht nur richtig unter Druck, es bringt auch nichts. Man kam danach immer leicht enttäuscht nach Hause, weil man auf der Party wieder niemanden kennen gelernt hat.Deshalb ist es auch mal ok, nicht ständig auf der Jagd zu sein. Nicht jede Minute muss eine produktive Arbeit verrichtet werden. An Arbeit erinnert man sich auch Jahre später selten zurück. Aber kennt ihr das: wenn man eine alte Spielhülle in die Hand nimmt und wehmütig seufzt? Dann kommen die Erinnerungen an eine wirklich schöne Zeit hoch. So was vollbringen eben doch nur Spiele. Leute, die nur Candy Crush und Angry Birds spielen, können das eben nicht nachvollziehen. Sie waren nie mit Lara Croft auf Schatzsuche oder haben mit Duke Nukem ein paar Aliens erlegt. Die sind nicht mit Crash Bandicoot durch die Zeit gereist oder haben bei Gran Turismo alle Lizenzen erworben. Sie können nicht daran zurückdenken, wie sie das Iron Fist Turnier gewonnen haben oder das Erdenreich im Mortal Kombat verteidigten. Da merkt man wieder, wie armselig doch Handyspiele sind. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Spielen.

23.10.16 01:04, kommentieren

How to survive the Herbst

Was haben alle nur an der dritten Jahreszeit auszusetzen? Was ist denn verkehrt an ewiger Dunkelheit, Dauerregen, kalte Zimmer und einen grauen, matschigen Himmel? Warum denken gerade jetzt so viele unglückliche Menschen an Suizid? Dabei hat der Herbst doch einiges zu bieten, sieht man mal davon ab, dass 4 Jahreszeiten unserem Empfinden von Zeit eine Struktur geben:

Da wären zum Beispiel die bunten Blätter, die uns von Kindheit an schon zu begeistern vermochten. Alles sieht farbenfroh und harmonisch aus, wenn die Bäume ihre Clownskostüme anziehen und wie der sechste Dr. Who aussehen. Dann lacht das Herz und Spaziergänge werden zu kleinen Fotoshootings mit tollen Effekten.

Auch der frischere Wind sorgt für frischen Wind! Dann kann man einen Drachen steigen lassen. Dass fand ich schon immer toll. Auch wenn ich nie einen in die Luft befördern konnte. Ja, früher habe ich eben noch keinen hoch gekriegt. Kein Kindergartenbild für den Herbst ohne obligatorischen Papierdrachen oder die Hightechkacke von heute. Sollte ich echt mal wieder ausprobieren, immerhin gibt es tolle Drachen jetzt quasi überall zu kaufen- nur Mut!

Was ist mit Tee? Gerade am Abend eine schöne CD von Ed Sheeran aufgelegt, ein gutes Buch zur Hand und eine Tasse mit heißem Earl Grey. Fehlt nur noch das Kaminfeuer aber in meiner Wohnung tut es auch youtube. Die haben auch Kaminfeuer, das knackt sogar ganz idyllisch im Lautsprecher. Wahlweise darf es auch ein Playboyheft sein, vielleicht eine Zigarre dazu- auch das hat Stil. Dann aber bitte den Tee durch Single Malt ersetzen, wenn's geht.

Das Fehlen des Tageslichts hat auch noch positive Auswirkungen auf das Spielen mit der Playstation. Es gibt nämlich keine lästigen Reflexionen auf der Mattscheibe. Man kann dunkle Filme schauen, ohne den Raum mit Vorhängen derart einzuhüllen, dass man nur noch Kerzen und ein Ouija- Brett hervorholen könnte um mal wieder cool mit toten Seelen zu plaudern. Überhaupt kann man jetzt Serien suchten, die erstens in den USA im Herbst alle mit neuen Staffeln starten und zweitens hat man kein schlechtes Gewissen, weil man nicht am See in der Sonne gelegen hat.

Klar, bin auch ich äußerst deprimiert, wenn ich ans nahende Jahresende denke. Am 11.11. wäre mein Jahrestag mit meiner Freundin- hätte sie mich nicht verlassen. Ich hatte im Herbst immer Fotos mit ihr gemacht. Wie sie mit roten Wangen und strahlendem Lächeln vor bunten Bäumen auf einer Kinderschaukel posierte. Tja, das war einmal. Andererseits hat jetzt ein anderer ihre dauernde Nörgelei am Hals. Ein Pluspunkt.Ich kann jetzt spontan die Dinge tun, die ich schon immer machen wollte. Zum Beispiel kleine Männchen aus Kastanien bauen- nur halt in cool- nicht diese behinderte Scheiße, die man in der Schule zimmern musste. "Oh ein Männchen! Oh ein Igel!" Klar, warum kein Ork mit Stachelrüstung oder eine Frau mit großen Kastanienbrüsten? Das hätte doch auch etwas unterhaltsames, finde ich. Und das mit dem Drachen probiere ich auch nochmal. Wie schwer kann es sein, ihn jetzt in die Luft zu bugsieren. Ich will doch für meine Kinder, die ich in Zukunft vielleicht haben werde, üben.

16.10.16 23:25, kommentieren

Blut auf der Tanzfläche

Naja, eher Bier. Man kennt das ja sicher, wenn man auf einem Bier getränkten Untergrund festzukleben droht.

Im Zuge der geistigen und auch körperlichen Zerstreuung zog es mich mit guten Freunden in den örtlichen Tanztempel. Ich glaube, der Begriff "Abhotten" zeigt, dass ich bereits zu alt geworden bin. Jedenfalls kehrte ich um Mitternacht bei einer Räumlichkeit ein, die den Tanz im Angebot hatte und dies mit ansprechender Musik zu untermalen suchte.

Man kann es einerseits als Anlass sehen, um eine Frau kennenzulernen, andererseits kann man es auch lassen. Immerhin bieten sich hier äußerst interessante Menschen, die es soziologisch näher zu betrachten gilt.

Typ 1 der Frauen scheint sich nicht der Tatsache bewusst zu sein, dass es in jenen Etablissements eine Garderobe gibt, die sich deiner Habseligkeiten für einen kleinen Obolus annimmt. So ist es also schwachsinnig, mit Rucksack oder Turnbeutel auf die Tanzfläche zu springen. So kommt man sich eher mit ihnen vor, auf den Zug zu warten oder wandern zu gehen.

Typ 2 bleibt meistens am Tanzflächenrand, nur um dann hysterisch zu kreischen, wenn "Ihr Lied" gespielt wird. Dann schieben sie alles gepflegt zur Seite, was nicht bei 3 an der Bar ist- Bäume gibt es ja in Discos so selten. Da verwandeln sich dann die Studentinnen in Gangsterrapper, wenn Kraftclub läuft. Mit der ewig gleichen Choreographie werden dann die Menschen in der Umgebung mit Ellbogen und Haaren im Gesicht erfreut.

Typ 3 hat dann gleich das Handy mitgebracht. Vermutlich läuft da entweder ein Anleitungsvideo, wie man auf der Tanzfläche richtig abgeht oder es wird der facebook- Status auf den neusten Stand gebracht. Wenigstens sorgt das Licht des Displays für gute Stimmung. Quasi ein Affenkino für unterwegs.

Typ 3 Gehört dann zu den Paartänzern, die ihrer Leidenschaft nachgehen, selbst, wenn auf einem Quadratmeter bereits 30 Menschen versammelt sind und nicht einmal mit dem Kopf wackeln können, ohne mit den Ohren an anderer Leute Brillen zu geraten. Trotzdem halten es jene Exemplare jetzt für die Gelegenheit, ihre Erkenntnisse des Sport- Rock'n'Roll vorzuführen. Mit beeindruckenden Hebetechniken und tollen Drehungen, wird so für oben erwähntes Blut auf der Tanzfläche gesorgt. Immerhin eitert ein Damenfuß nach einer Pirouette sehr schwerfällig aus dem Oberkiefer heraus.

Typ 4 betrifft dann mehr die Männer, die dann reglos mit Flaschenbier in der Hand herumstehen. Warum auch an der Bar bleiben oder am Rande warten, wenn man mitten in der Action sein kann? Quasi der Fels in der Brandung, an denen die Eintänzer dann regelrecht zerschellen können. Manchmal trifft es dann wenigstens die Paare des Typs 3, was ein Segen ist. Sonst stehen diese energischen Palisaden einfach nur sinnlos herum.

Dann gibt es natürlich noch die menschlichen Kreise, die viel Platz zum agieren brauchen und aus einem tänzerischen Abend eher ein dunkles Ritual machen. Wenn doch nur wenigstens jemand oder etwas im Kreis geopfert würde. So nimmt diese menschliche Geometrie einfach nur viel Raum ein, ohne von besonders künstlerischem Wert zu sein.Ich hatte mich versehentlich in die Nähe eines solchen Hexenzirkels gewagt und wurde mit giftigen Wicca- Blicken bestraft, dass ich es wagte, den mystischen Zirkel zu betreten. Vermutlich wurden am Tag danach bereits extra Voodoo- Puppen mit meinem Gesicht gebastelt und Nadel zerstochen in einem Gurkenglas ertränkt.

Das stört mich jetzt zwar weniger, da Gefahr bekanntermaßen mein zweiter Vorname ist. Wenn ich aber in den nächsten Tagen eine Erkältung bekomme, ist das Schuld der Kreisweiber.

8.10.16 17:39, kommentieren

Wie sage ich es ihr nur?

Es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich einer meiner Freundinnen ( also jene Kategorie Freunde mit Brüsten, da mit diesen Frauen zumeist nix läuft und laufen wird) meine Gefühle gestanden und eine Bruchlandung hingelegt.

Nachdem ich mich überwunden hatte, ihr zu sagen, dass ich eine Beziehung mit ihr möchte, wurde ich abgewürgt.

Freunde: ja, Beziehung: nein, war ihr Plädoyer am Ende der zähen Verhandlungen. Nach allem Üben vor dem Badezimmerspiegel, den schweißnassen Händen und der Nervosität, gab es nur einen Trostpreis. Statt also meinen Mut angemessen zu honorieren, fragte sie mich, was sie falsch gemacht habe, dass ich sie so misgedeutet habe.

Ich würde nie wieder eine Freundin fragen, ob sie mehr von mir wollen würde, so meine Erkenntnis.

Und da saß ich nun, mit der nächsten potenziellen Kandidatin.Sie kuschelte sich auf dem Sofa in meine Wolldecke und ich legte den Arm auf eines ihrer angewinkelten Beine. Ich suchte Körperkontakt und genoss ihre Nähe. Sie saß nur da. Kein Anzeichen von Interesse. Sie stieß mich zwar nicht fort aber ich hätte auch ihr Bruder sein können. Wieder frage ich mich, ob ich sie fragen sollte. Ich denke an das letzte Szenario zurück.

Wieder war alles für mich offen. Aber was für Chancen würde ich haben? Mag sie mich mehr, als nur ihren Kumpel? Bin ich wieder nur ein guter Freund? Ist sie möglicherweise gar an Mädels interessiert?

Ich bin 34 und verhalte mich selbst neben einer 27jährigen Frau wie ein verklemmter Teenie. Wo bleibt die Selbstsicherheit eines typischen attraktiven, schwedischen Supermodels? Ach richtig, er ist groß, blond und gutaussehend. Da hatte ich mich gerade kurz mit meinem totalen Gegenteil verwechselt.

Ich hatte mal versucht, in der Stadt nach Paaren zu suchen, wo er genau so ein Typ ist, wie ich. Ich wollte sehen, mit welchen Mädels die wohl zusammengekommen sind. Quasi als Bestätigung, auf welche Art von Frauen ich mich spezialisieren müsste. Die ernüchternde Erkenntnis: Es gab keine kleinen Dicken, die dort mit einer Frau herumliefen. Wer hätte das gedacht?

Und so kommt in regelmäßigen Abständen diese eine Frau zu mir um mit mir Serien zu schauen oder mit mir zu quatschen. Vermutlich bin ich längst in ihrer Friendzone angekommen. Manche Dinge ändern sich eben nie.Aber so bin ich eben. Ich mache keinen lächerlichen Gähn- Trick im Kino oder versuche sie zum Abschied zu küssen. Da bekomme ich doch höchstens ein Knie in die Weichteile. Was bleibt, ist also abzuwarten, ob sich da noch Gefühle entwickeln. Vielleicht träumt sie ja heimlich von mir und zieht sich extra immer ihre schönste Unterwäsche für mich an? Also bleibt mir nur, mich mit ihr in Geduld zu üben.

Was ist eigentlich aus der Frau geworden, die ich mal gefragt habe, ob sie Interesse an mir hat?Mit ihr treffe ich mich kaum noch. Sie hat viel zu tun, sagt sie. Wir hatten uns fast täglich geschrieben, jetzt ist es eher sporadisch- vor wichtigen Anlässen. So ändert sich das eben. Und genau deshalb möchte ich Dame Nr. 2 eben nicht fragen. Die ist nämlich im schlimmsten Fall auch wieder weg und ich gucke meine Serien auf dem Sofa wieder allein...

4.10.16 01:57, kommentieren

Urlaub mit den Eltern

Gleichmäßig rollt der Wagen über die Autobahn. Durch den Fensterspalt der Fahrertür dringt ein stetiger Luftzug. Es ist warm. Meine Mutter konzentriert sich auf den zähen Verkehr, mein Vater tippt etwas ins Navigationsgerät ein und ich sitze auf der Rückbank und beobachte die vorbeiziehenden PKW.

Es ist, als wäre ich wieder ein Teenager, der mit der Familie in den Urlaub fährt, doch die Wahrheit ist: ich bin Mitte 30!

Wieso meine Eltern auf die Idee kamen, mich mit in den Urlaub zu nehmen, ist mir ein Rätsel.

Ist es Mitleid, weil ich sonst niemanden habe, um in den Urlaub zu fahren?

Versuchen sie, die verlorene Zeit der Familie wieder aufzuholen?Oder plagt sie das schlechte Gewissen, mit mir nie wirklich in den Urlaub gefahren zu sein?

Vermutlich eine Mischung aus beidem.

Nach einer mehrstündigen Fahrt erreichen wir unser Ziel: die Insel Rügen. In einem Wald betreten wir einen Bungalow, der den Charme vergangener Zeiten versprüht. Alles riecht etwas muffig und klamm- ich liebe es.

Nachdem die Taschen geleert und die Schränke gefüllt mit unseren Sachen sind, gehen wir in einem kleinen Gasthaus zu Abend essen. Es gibt Fisch mit Bratkartoffeln.

Als es ans Bezahlen geht, winkt mein Vater ab. Er übernimmt das, wie so ziemlich alles im Urlaub. Insgesamt habe ich vielleicht 20 Euro ausgegeben. Einen Sanddornlikör, einen National Geographic und ein Buch von Terry Pratchett aus der Wühlkiste habe ich mir gekauft. Der Rest meiner Mahlzeiten, Eintritte und Getränke haben meine Eltern mit einem beängstigenden Selbstverständnis übernommen.

Ich verdiene zwar mein eigenes Geld und komme auf den gleichen Lohn wie meine Mutter doch Sohn bleibt Sohn. Und so wandert mein Portemonnaie immer wieder unverrichteter Dinge zurück in die Hosentasche.

Wir besuchen ein Konzert in Ralswiek. Die Karten waren sicher teuer aber der Abend hat sich gelohnt. Meine Eltern scheinen ebenfalls glücklich zu sein. Ich fahre zwar nicht jedes Wochenende nach Hause aber meinen Weg ins Elternhaus finde ich nicht bloß an Feier- und Geburtstagen. Trotzdem sickert durch manchen Dialog dieser kleine Subtext, der fragt, wann ich denn endlich wieder nach Hause komme. Ich bin ja nur selten da.

Auf der Heimreise, vier Tage später rasten wir auf einem Autohof. Meine Mutter trinkt einen heißen Automatenkaffee um am Steuer nicht einzuschlafen. Sie raucht dabei und versucht sich für die nächsten Fahrstunden fit zu machen. Mein Vater ist in Gedanken bereits mit der Urlaubsplanung 2017 beschäftigt. Er fragt, ob ich wieder mitfahren möchte. Vielleicht dann in Begleitung? Er lächelt dabei leicht hoffnungsvoll. Ich winke ab und nenne ihn Optimist. Der Gedanke, bereits in einem Jahr eine Freundin zu haben, noch dazu eine, die mit meinen Eltern in den Urlaub möchte, ist mir genauso abwegig, wie Leben auf dem Mars.

Sie reden nicht viel von Enkeln und versuchen mich nicht unter Druck zu setzen. Aber manchmal merke ich, wie sie noch immer Hoffnung haben, bei meiner Hochzeit dabei zu sein oder ihren Enkel in den Armen zu halten. Es ist ein vages Stück Hoffnung. Ich habe sie längst aufgegeben. Aber meine Eltern eben noch nicht.

Wenn sie sich über die Reiseroute streiten, oder es Uneinigkeit über den Tagesplan gibt, dann halte ich mich zurück. Ich schätze, dass man so alt werden kann, wie man will, man bleibt im Beisein der Eltern immer ein kleines Kind

1 Kommentar 13.9.16 16:25, kommentieren

20 Monate!

Das Jahr 2016 steckt voller Jubiläen! Die USA werden 240 Jahre alt, es ist der 400ste Todestag von Shakespeare und Karl XIV. erblickte vor 700 Jahren das Licht der Welt.

Doch damit nicht genug! Ich bin heute seit 20 Monaten Single- tröööt und juhu!Das ist die Geburtsstunde des alleine Aufwachens und der Todestag meines Sexuallebens. Aber es muss gefeiert werden. Mit Vodka, Youporn und einer CD von Rammstein vielleicht.

Natürlich sagen einige Freunde." Deine Zeit wird kommen." Oder: " Das wird schon." Meine Oma pflegte immer zu sagen:" Andere Mütter haben auch hübsche Töchter!" oder " Nicht eine Hand voll, sondern das ganze Land voll."- was ich damals als Teenager schon irgendwie deprimierend fand. Ein Land voller Frauen, das mich verschmäht?

Derartige Motivationsversuche habe ich immer mit Kriegsfilmen verglichen. Der Soldat hält einen verletzten Kameraden im Arm, dessen Eingeweide aus dem Bauch quellen, sodass jeder Erstsemester in Medizin weiß: " Das war's."

Der Verletzte fragt, Blut spuckend, ob es schlimm ist?Der Soldat erwidert: " Nein. Das wird schon wieder. Nur kurz nähen lassen, dann kannst du wieder Rugby mit deinen 5 Söhnen spielen. Das wird nicht mal eine vernünftige Narbe hinterlassen."

Klar, meine Eingeweide sind in Sicherheit und ich bin kerngesund, aber etwas Ehrlichkeit schadet doch nicht. Warum sagt keiner Sachen, wie:

"Du wirst vergebens Profile in Singlesapps anschreiben. Du wirst auf Parties stets der älteste sein, den alle Frauen lächelnd übersehen. Frauen werden dich nur als guten Freund sehen, dich aber nicht als Mann betrachten. Du wirst auf Hochzeiten deiner Freunde eingeladen und musst sehen, wie andere glücklich sind, nur du nicht. Du wirst Paare in der Stadt treffen, wo die Männer ihre Frauen schlecht behandeln und trotzdem geliebt werden."

Und da fällt mir der Songtext der Dixie Chicks ein: " Some got nothing and Lord, some get it all!"

Meine Stadt ist eben meine Heartbreak Town.

In diesem Sinne, auf die nächsten 20 Monate, von denen noch viele weitere folgen werden!

1.9.16 11:07, kommentieren