How to survive the Herbst

Was haben alle nur an der dritten Jahreszeit auszusetzen? Was ist denn verkehrt an ewiger Dunkelheit, Dauerregen, kalte Zimmer und einen grauen, matschigen Himmel? Warum denken gerade jetzt so viele unglückliche Menschen an Suizid? Dabei hat der Herbst doch einiges zu bieten, sieht man mal davon ab, dass 4 Jahreszeiten unserem Empfinden von Zeit eine Struktur geben:

Da wären zum Beispiel die bunten Blätter, die uns von Kindheit an schon zu begeistern vermochten. Alles sieht farbenfroh und harmonisch aus, wenn die Bäume ihre Clownskostüme anziehen und wie der sechste Dr. Who aussehen. Dann lacht das Herz und Spaziergänge werden zu kleinen Fotoshootings mit tollen Effekten.

Auch der frischere Wind sorgt für frischen Wind! Dann kann man einen Drachen steigen lassen. Dass fand ich schon immer toll. Auch wenn ich nie einen in die Luft befördern konnte. Ja, früher habe ich eben noch keinen hoch gekriegt. Kein Kindergartenbild für den Herbst ohne obligatorischen Papierdrachen oder die Hightechkacke von heute. Sollte ich echt mal wieder ausprobieren, immerhin gibt es tolle Drachen jetzt quasi überall zu kaufen- nur Mut!

Was ist mit Tee? Gerade am Abend eine schöne CD von Ed Sheeran aufgelegt, ein gutes Buch zur Hand und eine Tasse mit heißem Earl Grey. Fehlt nur noch das Kaminfeuer aber in meiner Wohnung tut es auch youtube. Die haben auch Kaminfeuer, das knackt sogar ganz idyllisch im Lautsprecher. Wahlweise darf es auch ein Playboyheft sein, vielleicht eine Zigarre dazu- auch das hat Stil. Dann aber bitte den Tee durch Single Malt ersetzen, wenn's geht.

Das Fehlen des Tageslichts hat auch noch positive Auswirkungen auf das Spielen mit der Playstation. Es gibt nämlich keine lästigen Reflexionen auf der Mattscheibe. Man kann dunkle Filme schauen, ohne den Raum mit Vorhängen derart einzuhüllen, dass man nur noch Kerzen und ein Ouija- Brett hervorholen könnte um mal wieder cool mit toten Seelen zu plaudern. Überhaupt kann man jetzt Serien suchten, die erstens in den USA im Herbst alle mit neuen Staffeln starten und zweitens hat man kein schlechtes Gewissen, weil man nicht am See in der Sonne gelegen hat.

Klar, bin auch ich äußerst deprimiert, wenn ich ans nahende Jahresende denke. Am 11.11. wäre mein Jahrestag mit meiner Freundin- hätte sie mich nicht verlassen. Ich hatte im Herbst immer Fotos mit ihr gemacht. Wie sie mit roten Wangen und strahlendem Lächeln vor bunten Bäumen auf einer Kinderschaukel posierte. Tja, das war einmal. Andererseits hat jetzt ein anderer ihre dauernde Nörgelei am Hals. Ein Pluspunkt.Ich kann jetzt spontan die Dinge tun, die ich schon immer machen wollte. Zum Beispiel kleine Männchen aus Kastanien bauen- nur halt in cool- nicht diese behinderte Scheiße, die man in der Schule zimmern musste. "Oh ein Männchen! Oh ein Igel!" Klar, warum kein Ork mit Stachelrüstung oder eine Frau mit großen Kastanienbrüsten? Das hätte doch auch etwas unterhaltsames, finde ich. Und das mit dem Drachen probiere ich auch nochmal. Wie schwer kann es sein, ihn jetzt in die Luft zu bugsieren. Ich will doch für meine Kinder, die ich in Zukunft vielleicht haben werde, üben.

16.10.16 23:25

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