Über

Gestatten, mich vorzustellen: freundlicher, lustiger Kerl mit geringer Statur und grosser Klappe. An dieser Stelle sollten jetzt meine sportlichen Erfolge und Auszeichnungen stehen. Aber ausser einer Teilnahme- Urkunde des deutschen Sportfestes 1998 habe ich da nichts vorzuweisen.

Alter: 36
 


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Da waren es schon zwei

Das Problem, wenn man Beziehungen in seiner Stadt hat? Man hat dann auch Exfreundinnen in seiner Stadt! Quasi emotionaler Restmüll aus dem Beziehungs- Atomkraftwerk...Ob man nun in einem kleinen gallischen Dorf oder in Metropolis wohnt, ist egal! Sie laufen einem über den Weg. Da kann man nichts machen. Die Damen sind ja nun mal keine Gefährder und können so ohne weiteres nach Afghanistan abgeschoben werden. Nein, sie leben in einem Umkreis von 2 Quadratkilometern und man begegnet ihnen fast zwangsläufig. Dann schauen sie absichtlich weg und tun so, als wäre der Hydrant oder der Hundehaufen am Bürgersteig gerade ungeheuer interessant. Da sich der Gesichtsausdruck dann in etwa so beschreiben lässt, als hätten sie gerade eine Hornisse verschluckt oder auf eine lockere Zahnfüllung gebissen, gehe ich davon aus, dass meine Präsenz durchaus wahrgenommen wurde. Was soll ich machen? Die eine wohnt mit ihrem neuen Typen zwei Querstraßen weiter, die andere Dame haust irgendwo auf meinem kurzen Arbeitsweg in der Studentengegend. Ab wie viel Exfreundinnen im gleichen Stadtviertel sollte ich eigentlich über eine neue Staatsbürgerschaft nachdenken? Man kann ja nicht ständig hinter parkenden Autos kauern oder Deckung suchend in die Kühltheke springen. Aber dieses "Ich sehe was, was du nicht siehst und dass bin ich!"- Spielchen kann mit Ende 30 sehr ermüdend werden. Ich meine, ich liebe Spiele. Aber da darf ich wenigstens auf alles schießen, was sich mir nähert. Oder ich überfahre es mit dem Batmobil. In der Realität sieht es anders aus. Da greift man zur politischen Ignoranz. Quasi: " Da war doch wer? Hab mich geirrt. Es war nur ein Hydrant mit etwas Hundekot."

18.3.19 19:55, kommentieren

Von Frauen und anderen Extremen

Da bin ich wieder. Angemeldet in einer Singles- App, von denen ich eigentlich zu seiner Zeit feierlich abschwor. Doch man kennt das ja: alte Versprechen wirft man, ähnlich wie gute Vorsätze, bei der nächsten Gelegenheit gern über Bord. Über das Für und Wider von Singles- Apps muss ich nicht diskutieren. Da helfen ältere Blogeinträge sicher mehr. Aber ich bin von den dortigen Frauen sehr überrascht. Wo sind die netten Mädchen von nebenan? Die bodenständigen? Die einfachen? Die liebenswerten? Jetzt sind alle plötzlich vegane Trendsetter, multilingual, Globetrotter, Schampusschwenker, tiefsinnige Kulturkritiker, Freizeitphilosophen, Glückskeksautorinnen, Extremsportler und so weiter. Sie machen Handstand auf einem Surfbrett, Yoga im Wald oder balancieren auf einer Slackline. Nichts ist einfach nur noch Leben. Das Leben muss gefeiert, inszeniert, zelebriert werden. Wer da nicht mithält, ist out. Warum suchen solche Frauen eigentlich nach Männern? Soll er das Surfboard wachsen oder die Slackline spannen? Oder zu Hause die Rassekatze und die Adoptivkinder pflegen, während sie mit Panzerfäusten jonglierend auf einem brennenden Pony Purzelbäume schlägt? Groß muss der Mann sein. Langes Haar, keinen Bart und keine Brille haben. Also quasi immer das Gegenteil von mir. Ich habe mal im Internet nach Trainingsmethoden gesucht, die die Körpergröße in weniger als 8 Wochen um 15 Zentimeter erhöhen. Dass ist aber alles recht unseriös, finde ich. Aber ich bleibe am Ball. Jetzt muss ich erst einmal einen Termin zur Haartransplantation und zum Augenlasern machen. Dann bin ich endlich der, den alle haben wollen.

3 Kommentare 10.3.19 17:16, kommentieren

Plötzlich sind Frauen wieder doof

Es ist Samstag. Der Wecker klingelt um 8. Ich packe Kisten und Müllsäcke. Nein, ich ziehe nicht um. Aber mit meiner Freundin ist Schluss. Nach 2 Jahren, 3 Monaten und 23 Tagen, drei Beinahetrennungen, unzählige Streitereien, ging eine weitere Beziehung in die Brüche. Als sie vor zwei Jahren gestand, dass sie Boarderlinerin ist, dachte ich noch: Das schaffe ich schon. Doch systematisch wurde ich weiter und weiter von ihr weggeschoben, bis so viel Luft zwischen uns war, dass da plötzlich Platz für ein Tropical Island wäre. Oder für einen neuen Freund, den sie ja dann auch schon nebenbei warmhielt.

Wer im Internet mal nach Boarderline und Beziehung googelt, wird immer auf eine Aussage treffen: Lauf!

Klar, kann man nicht jeden Menschen mit der Krankheit für beziehungsunfähig erklären, doch gewisse Neigungen werden eine gemeinsame Zukunft fast unmöglich machen. Also gingen wir getrennte Wege. Ein fremdes Auto parkte auf der Einfahrt und ihr Neuer stieg aus. Gemeinsam trugen sie ihre Habseligkeiten aus dem Treppenhaus nach unten. Ich hatte ihre Sachen vor die Haustür gestellt und konnte so der ganzen Unannehmlichkeit entgehen.

Was liegt jetzt vor mir? Vermutlich die üblichen Demütigungen der Singleapps, hoffnungslose Versuche, in der Disco jemanden anzusprechen und die Frage, ob ich jetzt wieder 22 Monate oder gar länger allein lebe. Spaziergänge in denen man vermutlich von gecasteten Paaren nur so umzingelt wird.

16 Millionen Singles in Deutschland. Das ist eine Zahl, die deutlich macht, wie schnelllebig und wegwerfbar Beziehungen geworden sind. Warum noch daran arbeiten, wenn man per Mausklick schon einen neuen Kandidaten hat. Ich habe Angst vor der Zukunft, in der jeder sich selbst der nächste ist. In der das Leistungsprinzip einmal mehr zum Faktor wird. Nun, mein Nachfolger ist ein Besserverdiener, der sich für eine Rallye mal schnell ein spezielles Auto gekauft hat. Also zu viel Freizeit und zu viel Geld. Perfekt, um sich ins gemachte Nest zu setzten.

Ich vermisse sie nicht, die 22 Monate, in denen ich glaubte, dass ich bei Frauen genau so beliebt bin, wie Brustkrebs. Meine Eltern wissen Bescheid. Die Sache mit Enkelkindern wird wohl nicht mehr passieren. Mit fast 37 werde ich wohl kaum zur zukünftigen Familienplanung kommen. Ist auch keine Zeit mehr dafür, wo ich erst einmal der Meinung bin, dass alle Frauen doof sind. Eben, wie damals in der Schule. Ob sich das je ändert, sehe ich vielleicht in 22 Monaten oder so...

2.3.19 16:52, kommentieren

Der Tod und das Mädchen

Wie geht man mit dem Tod um? Das habe ich mich öfter gefragt.Nicht, weil ich mit 36 schon über das Sterben nachgedacht habe. Aber, wenn man schon einmal auf einer Beerdigung war, kennt man das Gefühl. Die Frage. Was kommt danach? Wo gehen wir hin? Für gewöhnlich sind die Menschen, die beerdigt werden, älter als ich. Viel älter. Doch nicht dieses Mal. Ich stehe vor einem weißen Kindersarg. Ein befreundetes Paar sitzt in der ersten Reihe der Kapelle. Wie kann so etwas passieren? Ihre Tochter, keinen Monat alt, starb noch im Krankenhaus an den Folgen eines schweren Geburtsfehlers. Ich sitze da und betrachte die Blumen, das gerahmte Foto und den makellosen, viel zu kleinen Sarg. Da liegt kein Mensch drin, denke ich. Zumindest kein Mensch, der je richtig lebte. Dessen Füße durch die Welt gingen, dessen Stimme und Lachen in meiner Erinnerung waren.

Das war zu früh. Ohne Sinn. Ungerecht. Die Eltern- am Boden zerstört. Sie haben für immer die Erinnerung, ein Kind zu Grabe getragen zu haben. Etwas, dass man absolut niemanden Wünschen würde. Was sagt man zu ihnen? Das wird schon wieder? Die Zeit heilt alle Wunden? Ich glaube, diesmal nicht.

Meine Oma hat ihren Sohn beerdigt, als dieser mit 38 Jahren gestorben ist. Woran, wissen wir alle nicht. Was meinem Onkel gesundheitlich passiert ist, wissen nur die Ärzte. Er war einfach tot. Danach war unsere Familie nicht mehr die selbe. Familienfeiern waren anders. Meine Großeltern wollten nicht, dass ihre Kinder vor ihnen gehen. Doch ein Sohn tat es. Jetzt liegen sie alle drei vereint in einem Grab. Ich war bei allen Beerdigungen. Doch nichts ist mit einem Kindergrab gleichzusetzen. Noch immer weiß ich nicht, was ich sagen oder tun kann. Nur stumm dastehen und zuhören. Da sein. Das kann ich tun. Aber niemals werde ich sagen, dass ich weiß, wie sie sich fühlen. Vielleicht kommt der Tag, an dem sie ein anderes Kind im Arm halten oder zur Schule bringen. Doch es wird eines Tages erfahren müssen, dass es mal eine Schwester gab. Vor vielen Jahren. Ein Kind, dass starb, bevor es richtig leben durfte.

6.2.19 01:03, kommentieren

Ein Tattoo zum Mitnehmen, bitte!

Wer kennt sie nicht, die Herren im Fitnessstudio, die Sportler im Fernsehen und die Rockstars auf der Bühne! Alle haben sie bunte Bildchen auf dem Bizeps. Vorbei das Klischee des Exsträflings oder Piraten, der mit Anker, Mutti- Herz oder barbusiger Meerjungfrau die schöne Zeit seines Strafvollzugs auf dem haarigen Unterarm verewigt.

Tattoos sind längst im Mainstream angekommen. Seit Jahren trieb mich der Wunsch ebenfalls, mir ein nettes Motiv auf der Pelle zuzulegen. Nicht so ein Knastding oder ein Hinterhoftattoo, dass jemand mal nebenbei in seiner Bude sticht, so ganz ohne Hygiene oder Fachkenntnisse. Es sollte schon eine professionelle Arbeit sein. Ein Freund empfahl mir ein richtiges Tattoostudio. Also fuhren wir mal hin. Die Stadt ist ja voller netter Studios. Ich trug meinen Wunsch vor und bekam einen Termin und eine echt schöne Vorzeichnung.

Zwei Monate später lag ich dann auf einer Liege und die Nadel begann zu brummen. Drei Fragen tauchten in meinem Hirn auf:

1. Wird mir das fertige Tattoo gefallen?

2. Reagiert meine Haut auf die Belastung ohne Komplikationen?

3. Halte ich den Schmerz überhaupt aus?

Als die Nadel auf mein zartes Fleisch traf, wurde zumindest die dritte Frage sofort beantwortet. Der Schmerz war zwar nicht angenehm aber aushaltbar, fast wie Volksmusik. Nach fast drei Stunden war das Kunstwerk fertig. Und was soll ich sagen? Das Ergebnis war all die Mühe wert. Was jetzt kommt, ist die Nachpflege. Abwaschen, eincremen, kein Sport, kein Schwitzen. Ein Prozess, der sich noch einige Wochen hinziehen wird. Vor allem das Sportverbot fällt mir sehr schwer. Aber wer will schon, dass durch Schweiß und reibende Kleidung das zerstört wird, was mir mühsam auf die Epidermis gestochen wurde. Also bleibt man eben eisern. Ist wie mit schwangeren Frauen und dem Nichtrauchen. Nur halt weniger als 9 Monate.

Ob ich mir auch ein zweites machen lassen würde? Vermutlich. Aber das sollte dann schon ein Motiv sein, dass mir auch etwas bedeutet. Nicht, dass ich dann auch einen Anker oder eine Meerjungfrau auf der Schulter habe.

1 Kommentar 9.12.18 23:21, kommentieren

Fitness im Weltraum

Ein Fitnessstudio ist für mich wie eine Partnerin: man kennt sich in und auswendig, weiß die guten und schlechten Seiten zu schätzen und ist perfekt aufeinander eingespielt.

Jetzt kam es, wie es kommen musste. Es stand die Trennung an. Mein Studio, dass ich 8 Jahre lang besuchte, machte plötzlich dicht. Da stand ich nun. Die einzige Chance, etwas gegen innere Trägheit, Arbeit ohne Bewegung und nächtliche Naschanfälle zu tun, war dahin.

Ich bin keiner von diesen Diskopumpern, die vor dem Spiegel, selbstverliebt den eigenen Bizeps küssen, oder beim Anblick ihres eigenen Waschbrettbauches einen Lusttropfen absondern.Ich bin eher der kleine Dicke, der auf dem Crosstrainer hin und hergeschleudert wird und dem auch mal ein Gewicht aus der Hand rutscht. Aber mein Blutzucker war okay und das Übergewicht war recht gut im Griff.

Doch damit war es jetzt vorbei. Ganze 6 Monate brauchte ich, um mich aufzuraffen, um ein neues Studio zu finden. Doch wie mit der Ex, wird man mäkelig und fängt an, alles mit der alten Partnerin zu vergleichen. Mein Studio war aber billiger, größer oder familiärer. Ich will nicht in eine Legebatterie mit schwitzenden Hähnchen.

Direkt vor der Haustür gibt es einen Fitnessladen, der super nah dran wäre. Gerade mal 500 Meter von der Haustüre entfernt. Doch für diesen kleinen Laden kostet der Spaß dann doppelt so viel, wie die Ex.

Also weiter gesucht. Diesmal 20 Minuten zu Fuß entfernt steht ein Glas- Betonwürfel mit viel Bunt. Eine Fleischfabrik, wo alles nach Fließband aussieht aber eben nur die Hälfte kostet. Getränke und Kurse inklusive. Zwar wird man hier alleine gelassen, hat aber auch seine Ruhe. Also habe ich mich angemeldet und schon ging es los. Die Geräte wirkten wie der Laden, auf dem neusten Stand. Als würde ich bei der Sternenflotte trainieren und gerade in einem Raumschiff stehen. Moderne Geräte mit weicher Führung, guten Polstern und so viel Schnickschnack, dass man wahrscheinlich einen Transformer daraus bauen könnte. Einige Gesichter kommen mir bekannt vor. Meistens die Pumper aus dem alten Laden. Wir sind wohl alle auf der Suche nach etwas Neuem gewesen.Jetzt habe ich Muskelkater. Es macht Spaß in diesem Raumschiff zu trainieren.

5.4.18 21:31, kommentieren

#jetzt reicht es!

Vielen Dank Harvey Weinstein. Ich verstehe, dass mit einer gewissen Machtposition ein Mensch zum Idioten wird. Ein Hollywoodproduzent, der seine Schauspielerinnen belästigt ist böse. Seinen Dödel in der Umkleidekabine auszupacken und einer Darstellerin hinzuhalten, ist sehr böse. Sich an einen minderjährigen Jungen heranzumachen, wie Kevin Spacey, ist ultra böse! Doch haben sich die Grenzen zwischen böse und moralisch bedenklich aufgeweicht und nun steht jeder Mann, der mal einer Frau irgendwas schlüpfriges gesagt hat oder seine Hand auf ihren Arm legte, automatisch vor Gericht.

Aus #metoo wurde so eine Hexenjagd, die nun über allen Veranstaltungen, Preisverleihungen und öffentlichen Auftritten, einer Gewitterwolke gleich, schwebt und droht.

Es ist mal wieder eine Feministenbewegung geworden. Jetzt geht es nicht mehr um Täter und Opfer- jetzt geht es ums Prinzip.

Was hat die Tatsache, dass bei einer Musikpreisverleihung zu wenige weibliche Künstler nominiert wurden, mit Missbrauch zu tun? Natürlich geht es um Gleichberechtigung. Doch das trennt man jetzt nicht mehr.

Ich bin ein friedlicher Zeitgenosse, aber was da jetzt abgeht, ist nur noch lächerlich. Hip Hop wird angeprangert, weil er frauenfeindlich ist. Das Wort "Bitch" ist jetzt ein Grund für #metoo. Wie bitte? Hip Hop ist frauenfeindlich? Was für eine neue Erkenntnis. Da werden Songtexte aus dem Zusammenhang heraus zitiert und mit dem Finger auf Jay- Z; Eminem und Snoop Dogg gezeigt. Übrigens sind Rap Texte auch rassistisch, gewalttätig und verherrlichen Drogenkonsum, aber bitte lasst die Frauen in Ruhe!

Bitte versteht mich nicht falsch: Missbrauch und Vergewaltigung sind nicht zu tolerieren. Aber jetzt werden Opfer als Mittel zum Zweck missbraucht. Längst geht es nicht mehr um Leute wie Harvey Weinstein. Jetzt ist jeder Mann dran, der irgendwann auch nur irgendwas zu irgendwem gesagt hat. Das ist lächerlich. Aber wie mit jeder Empörungswelle, ist das alles in wenigen Monaten einfach vergessen. Und das ist das ganze Problem. Denn um die armen Frauen scheint es jetzt auch gar nicht mehr zu gehen.

5.2.18 19:38, kommentieren

Was wenn nicht...?

Jeder kennt die berühmte Frage: "Was wäre wenn?" - eine kleine verspielte Träumerei über alle möglichen Optionen der Zukunft oder allgemeiner Gedankenspielchen. Quasi: " Was wäre wenn Gal Gadot plötzlich an meine Wohnungstür klopft und unter Tränen gesteht, dass ich ihr Ein und Alles bin?" Ist zwar unwahrscheinlich wie ein 8er im Lotto aber dafür amüsant.

Doch auf Arbeit- im Kundenservice der Hölle, höre ich immer wieder das Gegenteil. "Was wenn nicht?", wenn also nicht eintritt, was man eigentlich erwarten sollte. Was, wenn der Postbote nicht klingelt, der Techniker nix repariert und die Sonne nie wieder aufgeht. Derart vom Leben enttäuscht muss man sein, um nur noch auf kommende Fehlschläge und Pleiten zu hoffen. Dabei kann niemand in die Zukunft sehen. Es gibt keinen Pechgott, der einem ständig in die Suppe spuckt und Fahrradreifen aufschlitzt oder über Nacht Autobatterien leer saugt. Ein Pechbringer, der bei deinem letzten Anruf deines Prepaid- Handys die Mailbox rangehen lässt und dein Guthaben somit vernichtet.

Gut, so was kommt schon einmal vor, ist aber eben das Leben, wie es mit dir spielt. Ist eben genauso wie ein Furz im Fahrstuhl. Passiert halt und ist nichts persönliches. Warum Menschen allerdings immer vom Schlimmsten ausgehen müssen, statt Dinge einfach auf sich zu kommen zu lassen, ist ein Rätsel oder das Produkt unzähliger Fehlschläge. Vielleicht ist es ja ein System? Mit wenigen Erwartungen an eine Sache gehen um die Chance auf eine positive Erfahrung zu erhöhen. Quasi wie beim Ersten Mal.

Trotzdem geht sie mir auf die Nerven. Die Schwarzmalerei mancher Leute. Da wird Trump zum Präsidenten, Raketen fliegen durch die Luft und Gletscher schmelzen, aber schlechter WLAN Empfang geht dann doch zu weit! Wo haben alle nur immer ihre Prioritäten? Was habe ich als Kind an Weihnachten ohne Tablet gemacht? Genau, gegessen, gefeiert und viel Zeit bei Oma und Opa verbracht. Ganz ohne DSL, ganz ohne Netflix. Ganz einfach oldschool und unplugged. Kann sich halt keiner mehr vorstellen.

Vielleicht sollte man einfach mal wieder zu sich selber finden. Kindern Buntstifte schenken oder mal "Mensch- ärgere- dich nicht" spielen. Verlieren stärkt den Charakter. Wer alles hat, freut sich auch über nichts. Da fällt mir ein- ich muss mein Handy noch aufladen. Nicht, dass noch die Mailbox ran geht...

2 Kommentare 16.12.17 19:01, kommentieren

Früher war alles...

Man hört ihn oft. Meistens von der älteren Generation. Diesen Satz. Diesen einen Satz. " Früher war alles besser."

Und man möchte diesen Alten, diesen Nostalgikern gern den Vogel zeigen, bis man selbst zu jenem Menschenschlag gehört.Und das geht schnell. Tatsächlich gehören Erfahrungen und Vergleichswerte dazu, um festzustellen, dass viele Dinge noch besser war, als jene Unternehmen, die das produzieren, was ich gerne konsumiere, gierig wurden. Alles musste plötzlich "politisch korrekt", "vegan" oder "kindersicher" sein. In allem muss sich jetzt jeder wiederfinden- nur eben jene nicht, für die es ursprünglich einmal gedacht war. Jedes Nischenprodukt muss jetzt massentauglich sein, sonst wird das mit dem Aktienmarkt nichts.

Es fängt schon mit dem Fernsehen an. Zu meiner Kindheit wurde ein Film nicht nur gezeigt, er wurde von einem Moderator auf einem Barhocker, in Abendgarderobe angekündigt! Das gibt es heute nicht mehr. Schaltet man Samstag Abend den Flimmerwürfel an, läuft wahrscheinlich nur eine dumme Show oder das "Big Picture". Tatsächlich findet Fernsehen jetzt nicht mehr im Fernsehen, sondern bei Amzon Prime, Netflix oder Sky statt. Das TV hat sich längst von guten Formaten abgewandt, denn die will dort keiner mehr sehen. Warum auch? Die Lieblingsserie um Mitternacht? Damit am Vorabend der Superstar gecastet, die Ehefrau getauscht oder ein Bauer zu seiner Frau kommt?

Auch bei Videospielen geht es seltsam zu. Ein Spiel dauert jetzt nur noch 3 bis 4 Stunden, da der zusätzliche Inhalt als DLC- also kostenpflichtiger Download dazu gekauft werden muss. Jetzt werden Spiele nur noch zu 50 Prozent veröffentlicht, da man für 60 Euro bitte kein vollständiges Spielerlebnis erwarten darf und sollte. Schon seit Jahren wird da Inhalt bewusst zurückgehalten, um noch mehr Geld zu machen. Wer dass umgehen möchte, spielt Handheld von Nintendo. Für 3DS Spiele gibt es noch keine Onlineshops oder zumindest deutlich weniger. Wo das noch hinführt? Vermutlich in das Massensterben guter Spiele, denn irgendwann wendet sich die breite Masse auch anderen Dingen zu. Dem Independet Markt zum Beispiel. Vollständige Indiespiele für kleines Geld.

Früher war auch Kino besser. Zumindest das 3D aus Kindertagen. Da hatte man eine Pappbrille mit rotem und grünen Auge drauf. Das 3D war tatsächlich 3D! Es flogen einem Sachen ins Gesicht, Dinge schwebten im Kinosaal umher. Jetzt, mit teurerer Technik, hat man Glück, wenn mal ein Bild in die räumliche Tiefe geht. Aber das war es dann auch schon. Das Bild ist dunkler, die Brille drückt, da ich ohnehin Brillenträger bin und bei den meisten 3D Sachen frage ich mich, was jetzt 3D war. Meistens ist gerade mal das Logo der 3D Technik 3D und mehr nicht. Ist ja mit Sourround Sound auch so. "All around you" tönt es da in räumlichen Klang durch den Saal. Dann hoppeln bunte Bälle durch das Bild und überall macht es pling und plong. Im Film hat man dann davon nichts. Aber Werbung für etwas ist eben immer besser als die Sache an sich.

Stellt sich doch für mich die Frage, ob es heute etwas Gutes gibt? Klar! Aber das gab es wahrscheinlich früher nicht und hatte damit keine Chance, früher besser gewesen zu sein. Zum Beispiel Streamingdienste, ebook reader, Marvel- Filme und Malbücher für Erwachsene. Das hat aber alles noch ein paar Jahre um richtig Kacke zu werden. Geben wir den Unternehmen noch etwas Zeit und Geld.

1 Kommentar 5.12.17 11:22, kommentieren

No smoking

Seien wir doch mal ehrlich: Rauchen ist nicht gesund! Und es macht außerdem keinen Spaß.

Vorbei die Zeiten, als es als cool galt, mit Jeansjacke und Cowboyhut paffend auf einem Gaul zu sitzen und in den Westen zu reiten.

Derartige Romantik ist längst der Gesundheitsfront gewichen, die nun auf jeder Tabakware abgetrennte Raucherbeine, Bluthusten und schwarze Lungenflügel äußerst anschaulich plakatiert. Ob es jetzt abschreckend oder eher belustigend wirkt, ist jedermanns eigene Entscheidung. Weltmännisch zum Vollbart und entgegen den Gesundheitswarnungen der weißen Warnhinweise auf den Tabakerzeugnissen habe ich mir eine Pfeife zugelegt. Ja, richtig! Ich sitze paffend, mit Vanilletabak und Weinglas im Zimmer und genieße jetzt bräsig mein Dasein. Ich möchte ja kein Gesundheitsminister sein und ein gutes Vorbild für Kinder muss auch nicht sein. Manchmal muss ein Mann eben tun, was er tun muss. Entgegen den Rauchern an der Haltestelle, die schnell ihre Sucht befriedigen, entspanne ich mich und lasse mich locker in den Sessel fallen. Vermutlich keine tolle Idee, aber ich finde es irgendwie sehr befriedigend. Dazu vielleicht noch ein gutes Buch lesen oder einen dieser teureren Pornos, bei dem die Damen auch gut aussehen. Eben etwas mit Stil.

Überhaupt, ist es eben ein Statement. Der Versuch, sich vom inneren Kind zu lösen und etwas Erwachsenes, also verdammt dämliches zu tun. Allein das Stopfen des Pfeifenkopfs will gelernt sein. Hierzu gibt es ebenso Tutorials im Internet, wie für das gescheite Binden einer Krawatte. Auch so ein rätselhaftes Männerding. Wer will, kann auch im Internet lesen, wie man sich in einen guten Whiskey schmeckt. Da soll es neben dem beißenden Brennen in der Kehle tatsächlich noch tollen Holzgeschmack zu entdecken geben! Na dann. Blöderweise habe ich meinen letzten Glenfiddich einfach verschenkt. War halt nicht so meins. Aber alles ist eben Geschmackssache.

1.6.17 23:08, kommentieren

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