Plötzlich sind Frauen wieder doof

Es ist Samstag. Der Wecker klingelt um 8. Ich packe Kisten und Müllsäcke. Nein, ich ziehe nicht um. Aber mit meiner Freundin ist Schluss. Nach 2 Jahren, 3 Monaten und 23 Tagen, drei Beinahetrennungen, unzählige Streitereien, ging eine weitere Beziehung in die Brüche. Als sie vor zwei Jahren gestand, dass sie Boarderlinerin ist, dachte ich noch: Das schaffe ich schon. Doch systematisch wurde ich weiter und weiter von ihr weggeschoben, bis so viel Luft zwischen uns war, dass da plötzlich Platz für ein Tropical Island wäre. Oder für einen neuen Freund, den sie ja dann auch schon nebenbei warmhielt.

Wer im Internet mal nach Boarderline und Beziehung googelt, wird immer auf eine Aussage treffen: Lauf!

Klar, kann man nicht jeden Menschen mit der Krankheit für beziehungsunfähig erklären, doch gewisse Neigungen werden eine gemeinsame Zukunft fast unmöglich machen. Also gingen wir getrennte Wege. Ein fremdes Auto parkte auf der Einfahrt und ihr Neuer stieg aus. Gemeinsam trugen sie ihre Habseligkeiten aus dem Treppenhaus nach unten. Ich hatte ihre Sachen vor die Haustür gestellt und konnte so der ganzen Unannehmlichkeit entgehen.

Was liegt jetzt vor mir? Vermutlich die üblichen Demütigungen der Singleapps, hoffnungslose Versuche, in der Disco jemanden anzusprechen und die Frage, ob ich jetzt wieder 22 Monate oder gar länger allein lebe. Spaziergänge in denen man vermutlich von gecasteten Paaren nur so umzingelt wird.

16 Millionen Singles in Deutschland. Das ist eine Zahl, die deutlich macht, wie schnelllebig und wegwerfbar Beziehungen geworden sind. Warum noch daran arbeiten, wenn man per Mausklick schon einen neuen Kandidaten hat. Ich habe Angst vor der Zukunft, in der jeder sich selbst der nächste ist. In der das Leistungsprinzip einmal mehr zum Faktor wird. Nun, mein Nachfolger ist ein Besserverdiener, der sich für eine Rallye mal schnell ein spezielles Auto gekauft hat. Also zu viel Freizeit und zu viel Geld. Perfekt, um sich ins gemachte Nest zu setzten.

Ich vermisse sie nicht, die 22 Monate, in denen ich glaubte, dass ich bei Frauen genau so beliebt bin, wie Brustkrebs. Meine Eltern wissen Bescheid. Die Sache mit Enkelkindern wird wohl nicht mehr passieren. Mit fast 37 werde ich wohl kaum zur zukünftigen Familienplanung kommen. Ist auch keine Zeit mehr dafür, wo ich erst einmal der Meinung bin, dass alle Frauen doof sind. Eben, wie damals in der Schule. Ob sich das je ändert, sehe ich vielleicht in 22 Monaten oder so...

2.3.19 16:52

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