Die Macht des Netzes

Wer hätte gedacht, dass es mit Internet und (a)sozialen Netzwerken so krass zugehen würde. Gedeckt von einem Mantel der Anonymität, nutzen einige wenige die Gunst der Stunde, um ihrem Unmut mit wenig Feingefühl Luft zu machen. Generell spricht ja eigentlich nichts gegen freie Meinungsäußerung. Aber was ist, wenn aus Kritik eine Drohung oder Aufforderung zu gewalttätigem Verhalten wird? Seit wann sind Menschen nicht mehr in der Verantwortung was sie sagen oder zu wem? Ob es jetzt bei veganer Ernährung, Umweltschutz, Feminismus oder Star Wars ist: aus Anhängern werden wahre Fanatiker, die der Meinung sind, wer nicht mit ihnen ist, sei gegen sie. Irgendwie seltsam, wie wichtig sich jetzt jeder hinter einer PC- Tastatur fühlt. Gut. Geht es nach Politikern, ist das Internet an allem Schuld. Aber das Internet ist weder eine Person, noch eine göttliche Kreatur, die uns lenkt. Das Internet ist genau so an allem Schuld, wie ein Dienstag, schlechtes Wetter oder eine Staubfluse. Da kann wenig von Schuld oder Unschuld die Rede sein. Es sind Menschen, die Schuld sind. Weil sie meinen, nicht verantwortlich für ihre Taten zu sein. Sie würden gewisse Dinge nur online schreiben, statt sie jemanden ins Gesicht zu sagen. Weil sie sonst etwas in selbiges geschlagen bekämen. Und das mit Recht. "Du bist ein Arsch!" Wumms!!! "Aua, du hast mir die Nase gebrochen!!!"- und Stille. Schön.Ich bin diese ganzen Diskussionen leid. Böller verursachen Feinstaub, Tannenbäume verursachen leere Wälder, ein Mettbrötchen mit Zwiebeln führt uns zum Weltuntergang. Nee, is klar. Greta mag ja das Meer mit einem Segelboot überquert haben. Aber ihre Anhänger haben teure Smartphones, Zentralheizung und werden mit einem SUV zum Ballett gefahren. Wer gern gegen andere nörgeln und urteilen mag, sollte erst einmal schauen, was man selbst tun kann. Ich finde es cool, wenn sich Schulkinder protestierend für die Umwelt einsetzen, aber lasst mich bitte in Ruhe. Ich rauche nicht- werfe also keine Kippen in der Gegend rum. Ich fahre mit der Straßenbahn- produziere keine Abgase, außer nach Weißkohl und Zwiebeln. Ich trenne meinen Müll, vermeide Verpackungen, wo es geht und werfe nichts in der Gegend herum. Aber weil ich einmal im Jahr in den Urlaub fliege, statt über das Mittelmeer mit dem Tretboot zu schippern, bin ich jetzt auf der Dunklen Seite.Aber worüber sich aufregen? Es ist alles nur eine Modeerscheinung, sich künstlich über alles aufzuregen. Meine Oma war keine Umweltsau. Sie hatte ganz andere Sorgen. Dennoch kann ich mich weder über Omas aufregen, noch über singende Kinder, die sich über irgendeine fiktive Großmutter aufregen. Es sollten alle mal wieder runterkommen. Bleibt auf dem Teppich. Oder ist der auch nicht mehr gut für die Umwelt?

11.1.20 14:03

Letzte Einträge: Einmal stechen, die Zweite!, die erste Tür, Du hast Post, Zurück zum Gamepad, lasst es krachen

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